Birmingham: Weber holt EM-Gold im Speerwurf, Thumm sichert Silber

Julian Weber: EM-Gold mit Mega-Wurf. Nick Thumm holt Silber - BILD

Deutscher Doppelerfolg im Speerwurf

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham haben die deutschen Speerwerfer Julian Weber und Nick Thumm für einen Doppelerfolg gesorgt. Julian Weber gewann die Goldmedaille, während Nick Thumm die Silbermedaille errang. Dieser Erfolg markiert Webers zweites EM-Gold nach seinem Triumph im Jahr 2022.

Das Finale entwickelte sich zu einem spannenden Wettkampf, bei dem die Führung mehrfach wechselte. Weber, der sich bereits die gesamte Saison mit Schulter- und Rückenproblemen plagte, zeigte eine beeindruckende Leistung. Er konnte sich erst Mitte Juli in die Saison einfinden und stellte beim Meeting in Luzern mit 87,04 Metern eine europäische Jahresbestleistung auf.

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Spannender Wettkampf bis zum Schluss

Julian Weber legte im ersten Versuch mit 83,71 Metern vor und übernahm damit zunächst die Führung im Wettbewerb. Trotz dieses starken Starts hatte er sich nach einer Qualifikationsleistung von 84,02 Metern eigentlich mehr vorgenommen. Im weiteren Verlauf des Wettkampfes konnte Weber zunächst nicht nachlegen, was der Konkurrenz ermöglichte, näher heranzukommen.

Im fünften Versuch gelang Nick Thumm ein Wurf von 83,76 Metern, womit er sich von Platz vier an die Spitze katapultierte und Weber um fünf Zentimeter übertraf. Thumm, der sich erst kurz zuvor für die EM qualifiziert hatte, zeigte eine sensationelle Leistung. Er hatte bereits in der Qualifikation eine neue persönliche Bestweite erzielt und diese im Finale nochmals übertroffen.

Die Entscheidung über Gold und Silber fiel erst im letzten Durchgang. Es stand bereits fest, dass beide Medaillen an Deutschland gehen würden. Weber benötigte für Gold einen weiteren starken Wurf und schleuderte den Speer auf beeindruckende 90,40 Meter. Dieser „Mega-Wurf“ sicherte ihm die Goldmedaille. Thumm konnte diesen Wurf nicht mehr kontern, freute sich aber über seine Silbermedaille.

Bronze ging an Patriks Gailums aus Lettland mit 82,97 Metern, nur einen Zentimeter vor dem Polen Dawid Wegner.

Herausforderungen und Erfolge

Webers Saison war von körperlichen Beschwerden geprägt. Aufgrund von Problemen mit der Achillessehne und dem Rücken konnte er kaum Wurfeinheiten trainieren. Er schonte seinen Körper und absolvierte die meisten Würfe fast ausschließlich im Wettkampf. Weber erklärte, dass er in diesem Jahr noch keine volle Wurfeinheit hatte und die Wettkämpfe in Luzern und bei den Deutschen Meisterschaften seine Wurfeinheiten waren. Er hatte seit der WM vielleicht zwei oder drei Einheiten mit wenigen Würfen und nicht aus vollem Anlauf.

Trotz dieser Einschränkungen war Weber bei der EM in Topform. Für ihn war dieser Sieg auch eine Genugtuung nach den Enttäuschungen der letzten beiden Jahre. Bei den Olympischen Spielen in Paris warf er über 87 Meter, was jedoch nur für den sechsten Platz reichte, da die Konkurrenz sehr stark war. Bei der WM in Tokio galt Weber als Gold-Favorit, wurde aber kurz vor dem Wettkampf von einem Infekt geschwächt, was seine Kraft und Technik beeinträchtigte.

Bei den Olympischen Spielen in Tokio und den Weltmeisterschaften 2022 und 2023 belegte Weber jeweils den vierten Platz. Mit dem aktuellen EM-Gold hat er nun endlich wieder eine Medaille bei einem Großereignis gewonnen. Neben seinem Heim-Gold vor vier Jahren gewann er 2024 in Rom EM-Silber. Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen wartet der gebürtige Mainzer jedoch noch auf sein erstes Edelmetall.

Die deutschen Athleten konnten in Birmingham weitere Erfolge verbuchen. Die deutsche 4×100-Meter-Staffel der Männer gewann ebenfalls Silber. Das Quartett, bestehend aus Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah, sprintete im Alexander Stadium in Birmingham in 38,64 Sekunden auf den zweiten Platz. Die favorisierten Briten sicherten sich den Sieg in 38,45 Sekunden, während Belgien mit 38,70 Sekunden Dritter wurde. Owen Ansah, der 200-Meter-Europameister, trat vorsorglich nicht für die Staffel an, um eine drohende Sperre und nachträgliche Disqualifikation zu vermeiden.

Dieser Doppelerfolg im Speerwurf durch Julian Weber und Nick Thumm trug zu den Medaillen 13 und 14 für die deutsche Mannschaft bei den Titelkämpfen bei.

Julian Weber ist der beste Speerwerfer Europas
Julian Weber ist der beste Speerwerfer EuropasFoto: Ben Stansall / AFP Credit: spiegel.de

Der Stuttgarter Nick Thumm, der mit 83,76 Metern bis zum letzten Durchgang führte, machte mit der überraschenden Silbermedaille den deutschen Doppelerfolg perfekt.

Auch ohne Owen Ansah zeigte sich das deutsche Quartett in Topform
Auch ohne Owen Ansah zeigte sich das deutsche Quartett in Topform Credit: spiegel.de

Rio-Olympiasieger Thomas Röhler war in der Qualifikation gescheitert.

Source: bild.de

Leon Richter ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.